[K versus K] Seite 64

[K versus K] Seite 64
[Kunst versus Kategorien]

Das Ausprobieren, uns mit der uns kennzeichnenden Wirklichkeit zu vergleichen und den Versuch zu starten, diese durch eine künstlerische Handlung zu ändern ist per se eine wahnsinnige Idee. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit. Wir möchten uns dem Wahnsinn dieses Widerspruchs gegenüberstellen. Wie wäre es, wenn die Geschichte erneut, und zwar durch Frauen, geschrieben würde? Und wenn Märchen anders als in der Vergangenheit gelesen werden würden?

Ursprung der Idee der Performance [K versus K] war unsere in Italien, Argentinien und im November 2019 auch in Berlin durchgeführte performative Werkstatt Micro-Hegemonie. Überlegung: Unser Leben ist ständig und in jeder Hinsicht mit dem WORT verbunden, das sich – besonders in schriftlicher Form – in vielen Bereichen, einschliesslich in der Kunst, aufzwingt. Wie könnte man das große Missverständnis des in KULTUR umwandelten WORTES – eine der Grundlagen der KONSUMGESELLSCHAFT in der wir leben – ändern, überwinden, wie dabei reagieren? Konsum von MENSCHEN, insbesondere von FRAUEN. Wir sind vom Wort erschaffen, welches KATEGORIEN hervorbringt die wir als wahrhaftig hinnehmen. Vielleicht kann nur die Kunst – durch ihre Widersprüche und ihre Utopien – den Sinn dieser KATEGORIEN untergraben. Mit dieser Performance möchten wir unsere Recherche über Handlungen bei unterschiedlichen Formen der Machtausübung fortsetzen und über die Möglichkeit, diese Ausübung durch künstlerisches Handeln in eine Befreiungsgeste umzuwandeln.

Jede Form von Kunst ist vielleicht eine Art des Niederschlagens von Kategorien. Diejenigen Kategorien, die unser Leben einrahmen – einschließlich Kategorien der Kultur. Die Kultur glaubt das menschliche Leben definieren zu können – sogar das der Künstler: Bezugsdaten von Arbeitsthemen und Theaterkategorien bei denen man sich behaupten muss, Presse- und Kalenderanfragen usw.

Seite 64. Wie würden wir heute leben, wenn Frauen die Geschichte geschrieben hätten? Luisa Murano schreibt in ihrem Text „Der Gott der Frauen“ auf Seite 64: „Es gibt weder ein moralisches oder natürliches Gesetz noch eine Methode oder sonstwas, welche die Erfahrung des Einzelnen ersetzen können. Es gibt jedoch eine Möglichkeit, falls man dem Möglichen die Kraft des Liebenkönnens zugesteht. Ebenso gibt es keine Kriterien um über das Ergebnis zu urteilen. Voraussetzung ist, dass der Übergang offen und die Anfangserfahrung in Erinnerung bleibt. In anderen Worten: was zählt ist, dass es keine Dauerlösung gibt zwischen Abhängigkeit und Autonomie, zwischen Bedürftigkeit und Würde, zwischen Verletzbarkeit und Selbstbehauptung. Was zählt, ist dass die Freiheit entdeckt, dass ihr ein Geschenk vorausgegangen ist; das Geschenk des Lebens und des Wortes. In diesem Übergang muss wahrscheinlich der Inhalt der menschlichen Zivilisation, auch Dankbarkeit genannt, gesucht werden.“

Die Performance ist ein ‘work in progress’, die sich aus unsere Erfahrung und dem Wunsch zu spielen und des „so-zu-tun-als ob“ entwickelt. In diesem Spiel werden die Zuschauer auch zu Gesprächspartnern.

Catia Gatelli

mit Karina Villavicencio, Catia Gatelli
sound: Paolo Migali
Konzept und Organization: Catia Gatelli
Assistent: Sebastiano Scanu
www.thauma.org
tabularasa-performingarts.org

http://karinavillavicencio.com/

in Kooperation mit
BcmA Manteuffelstraße 42 – 10997 Berlin
https://bcma.gallery/

[K versus K] seite 64
[Arte versus Categorie] pagina 64

Tentare di confrontarci con la realtá che ci definisce e provare a modificarla attraverso un gesto artistico é giá di per sé una idea folle. Non é possibile. E con la follia di questa contraddizione vogliamo confrontarci. E se la storia fosse riscritta dalle donne? E se le favole fossero rilette diversamente dal passato?
Dal nostro Laboratorio Performativo Micro-Hegemonie, condotto in Italia, in Argentina e nel novembre 2019 a Berlino, nasce l’idea della performance: [K versus K] seite 64.
Riflessione: la nostra vita é vincolata costantemente e sotto tutti gli aspetti dalla PAROLA che si impone soprattutto nella sua forma scritta in molti ambiti, anche nell’Arte. Come reagire, modificare, superare il grande fraintendimento della PAROLA trasformata in CULTURA, che é uno dei fondamenti della SOCIETÀ DEL CONSUMO in cui viviamo? Consumo di PERSONE, soprattutto DONNE. Siamo forgiati dalla parola che genera CATEGORIE, che crediamo essere vere. Forse solo l’arte stessa con le sue contraddizioni e le sue utopie può sovvertire il senso delle CATEGORIE. Con questa performance intendiamo continuare la nostra ricerca sui gesti dell’esercizio del potere nelle sue differenti forme, e sulla possibilità di trasformare questo esercizio in un gesto di liberazione che passi attraverso un gesto/atto artistico.
L’arte in qualsiasi sua forma é forse un modo per abbattere le categorie. Le categorie che inquadrano la nostra vita. Anche le categorie della cultura. La cultura pretende di definire le vite degli esseri umani e ciò riguarda anche gli artisti. Colonne di riferimento per i temi di lavoro e categorie di teatro in cui é necessario definirsi, richieste di rassegna stampa, di calendari etc. Come vivremmo oggi se la storia fosse stata scritta dalle donne? Luisa Muraro scrive nel suo testo “Il dio delle donne” a pagina 64: “ non c’é una legge morale o naturale né un metodo né altro che possa surrogare l’esperienza in prima persona, c’è però qualcosa di possibile, purché al possibile si riconosca la forza del poter del voler bene. E allo stesso modo non ci sono criteri per giudicare del risultato. Purché il il – passaggio resti aperto – e che l’esperienza degli inizi ci torni in mente. Conta, in altre parole, che non ci sia soluzione di continuità tra dipendenza e autonomia, tra bisognosità e dignità, tra vulnerabilità e autoaffermazione. Conta che la libertà scopra di essere stata preceduta da un dono, quello della vita e della parola. In questo passaggio va cercato forse l’ingrediente della civiltà umana che si chiama gratitudine”.

La performance è attualmente in fieri, e si sviluppa dalla nostra esperienza e dal desiderio di – giocare a fare finta che…- e in questo gioco il pubblico sarà anche interlocutore.